Law Enforcement
Polizeibehörden in den USA


 

Zu den Polizeibehörden gehören in den USA nicht nur die "echten Polizeien", sondern vielmehr ist alles, was sich irgendwie unter Verfolgungsbehörde subsumieren läßt, unter der Bezeichnung "Law Enforcement" (streng übersetzt: Gesetzesdurchsetzung) zusammengefaßt. Es kommt darauf an, welche "Power" der jeweiligen Behörde eingeräumt wurde.

Wollte man alle mit Polizeibefugnissen ausgestatteten Behörden der USA erfassen, so würde es Bände füllen (wie es sie auch in den Staaten gibt).

Bundes-/Staatspolizei | Bezirkspolizei/Sheriff | Marshals | Kommunale Polizei | Geschichte

| behind the badgeDienstgrade der US-Polizei

1. Bundespolizei / Staatspolizeien

Zu den Bundesbehörden zählen z.B. (hier eine kleine Auswahl): FBI, U.S. Marshals Service, U.S. Immigration, U.S. Border Patrol, U.S. Coast Guard, CIA, CID (=Teil der Militärpolizei), Military Police, U.S. Air Force Security Police, Dept. of the Mint Police, U.S. Capitol Police, U.S. Congress Police, Dept. of Defense Police, U.S. Park Police, U.S. Park Ranger, U.S. Postal Police, U.S. Customs, DEA (Drug Enforcement Administration), Bureau of Indian Affairs Police, U.S. Treasury Dept. Police, Bureau of Narcotics, Federal Protective Service Police (GSA) u.v.m.

Die 50 Staaten der USA unterhalten ihre eigene Staatspolizei (in Form von Highway Patrol, State Patrol, State Trooper, State Police) mit Ausnahme von Hawaii (dort ist es das State Sheriff’s Department).

Die staatseigenen Polizeien sind unterschiedlich mit Befugnissen ausgestattet – sie reichen von wenig bis zu übermäßig vielen.

In manchen Staaten sind die "State Trooper" lediglich für den Autobahnbetrieb zuständig und ihnen stehen außerhalb der Bundes- und Staatsautobahnen nur dürftige Befugnisse zur Verfügung. Es gibt aber auch Staaten, in denen die Staatspolizeien im ganzen Staat polizeilich tätig werden dürfen, obwohl die lokalen oder bezirklichen Behörden örtlich und sachlich zuständig wären.

 

2. Bezirkspolizei, Sheriff

Die einzelnen Staaten gliedern sich verwaltungstechnisch in unabhängige Counties (Bezirke oder Kreise). In der Regel operieren dort (Bezirkspolizeien) County Police Forces, District Police (Louisiana) oder auch Rural Police (heute sehr selten) oder Angehörige des jeweiligen County Sheriff Departments. Soweit ein Sheriff der Behörde vorsteht, handelt es sich immer um einen gewählten Behördenchef, der i.d.R. kein Polizist ist. Grundsätzlich fangen die Befugnisse dieser Bezirkspolizeien dort an, wo die Rechte der Gemeindepolizeien enden – nämlich an der Stadtgrenze. Lediglich Gemeinden, die sich keine eigene Polizei leisten können/wollen/dürfen treten die polizeiliche Verwaltung mit einem Abkommen an den Bezirk ab.

Die Regelungen mit den County Police Forces und Sheriff Departments bringt ein wenig Verwirrung mit sich, da in vielen Staaten der Sheriff das Bezirksgefängnis (County Jail) unterhält und das Personal dafür zu stellen hat. In diesem Falle ist auch für die polizeiliche Sicherung der Bezirksgerichte (County Courts) Sorge zu tragen.

In vielen solchen Fällen leisten die Deputy Sheriffs keinen Außendienst und es gibt zusätzlich eine County Police oder auch andere Konstellationen.

In Texas üben die Gerichtsdienste (Sitzungspolizei, Vorführdienst) die Constables, in anderen Staaten die Marshals aus (während die Deputy Sheriffs Streife fahren und für Recht und Ordnung im Bezirk sorgen).

Deputy Sheriff ist übrigens eine Bezeichnung für den Beamten im niedrigsten Dienstgrad (analog Police Officer). Ein Deputy ist kein Hilfssheriff sondern es kennzeichnet seine Funktion als "Sheriff Stellvertreter" im Auftrage des Sheriffs.

Bei Sheriff Departments mit gemischten Aufgabenprofilen (Außendienst, Recht & Ordnung und Gefängnis-/Justizaufgaben) gibt es verscheidene Dienstbezeichnungen für die Beamten. So kann für einen außendienstleistenden Deputy die zusätzliche Bezeichnung "Field Deputy Sheriff" vorkommen, um sich von den gefängnisbetreuenden Beamten zu unterscheiden. In Illinois oder Tennessee beispielsweise heißt eine Außendienstabteilung des Sheriff Departments "Sheriff´s Police", wobei als Dienstgrad auch Police Officer vorkommt (z.B. Knox County, TN).

Sheriffs tauchen aber auch als oberster Chef von kommunalen Polizeibhörden auf, wobei die nachgeordneten Beamten grundsätzlich keine Deputy Sheriffs sind. So z.B. in Carson City und Las Vegas, Nevada oder Jacksonville, Florida. Eine solche Zusammenstellung resultiert aus der Zusammenfassung eines ehemaligen Bezirks mit einer großen Kommune (ähnlich kreisfreien Städten in Deutschland). So ist der Sheriff von Las Vegas der oberste Polizist der Stadt und des Bezirks von Las Vegas.

Das es nicht immer so sein muß, sieht man an Denver, Colorado. Dort hat man den Sheriff einfach weggelassen und der Polizeichef ist der oberste Polizist der Stadt und des Bezirks von Denver, Colorado.

Der Sheriff von San Francisco, Californien ist als kommunaler Sheriff nur für die Gefängnisverwaltung und die Ausübung sämtlicher gerichtlicher Dienste verantwortlich. Im Gegensatz dazu der Sheriff von New York City, dessen Sheriff´s Office ausschließlich für Angelegenheiten des Zivilrechts zuständig ist (mit eingeschränkten polizeilichen Befugnissen) und in der Regel Gerichtsbeschlüsse vollzieht (analog den deutschen Gerichtsvollziehern).

 

3. Marshals

Wie bereits im vorherigen Abschnitt erläutert, findet man die Marshals im Gerichtswesen. Es ist wiederum nicht immer so.

Zwar verschwinden immer mehr Marshal Departments, weil die Aufgaben den Sheriff Departments übertragen werden (z.B. Kalifornien) – es gibt sie aber noch in großer Anzahl.

Gehört ein Marshals Office (Department) zu einem County (Bezirk), so kann man grundsätzlich davon ausgehen, daß es sich um die "Gerichtspolizei" des jeweiligen Bezirks handelt. Der Marshal vollzieht gerichtliche Anordnungen und Beschlüsse und Vollstreckungshaftbefehle oder führt Fahndungen im Auftrag des Gerichts durch.

In vielen Staaten leisten sich aber auch die Gemeinden ein Marshal(l)s Office. Hier muß wieder zwischen den einzelnen Aufgabenbereichen unterschieden werden.

In Colorado ist der kommunale Marshal ein "Gerichtshelfer" des zivilen Kommunalgerichtes – ähnlich dem Marhsal eines Bezirkes.

In, vor allem südlich gelegenen Staaten, ist der Town Mashal(l) oder City Marshal(l) der oft einzige Polizist im Ort – der "Dorfsheriff" halt. Eine kleine Gemeinde verfügt niemals über einen lokalen Sheriff oder ein Sheriff´s Office. In diesem Fall ist ein Beamter des Sheriff Departments des jeweiligen Bezirks dort ansässig oder unterhält dort ein Büro (ähnlich einem Kontaktbeamten).

Marshal(l) wurde extra in dieser Schreibweise angeführt, da die Schreibweise mit einem oder zwei "l" vorkommt.

Der lokale Marshal befindet sich ebenso wie der Marshal auf Bezirksebene im Aussterben, es nennt sich dann wie überall "Police Department".

Der Marshal von Santa Claus, Indiana, ist der Chef der lokalen Polizei, die sich ansonsten Police Department nennt.

In Texas beispielsweise gibt es ca. 3.500 Gemeinden (und Kleinstgemeinden). Es ist dort die Regel, daß man bei einer Gemeindegröße von 750 Einwohnern bereits eine eigene Polizei besitzt (1 Beamter und zusätzlich Teilzeitbeamte, sog. Part Time Officers). Auch in den Weiten Wyomings ist dieses üblich. Wenn es auch teilweise keine eigenen Ärmelabzeichen gibt, lokale Polizeibeamte sind aber vorhanden. Fort Laramie, Wyoming, besitzt 5 Polizisten (Einwohner ca. 700). Ein Polizist ist fest angestellt, die anderen arbeiten als Teilzeitkräfte.

Ansonsten findet man die Bezeichnung Marshal überwiegend im Feuerschutzdienst. Der Verantwortliche für die Einhaltung der Feuerschutz-vorschriften nennt sich Fire Marshal. Es gibt den Fire Marshal auf kommunaler und Bezirksebene oder als State Fire Marshal, einer Art staatlicher Aufsichtsbehöre über das Feuerschutzwesen.

Grob umrissen ist der United States Marshals Service (USMS) als Bundesbehörde, ebenfalls vom Grundsatz her eine Gerichtspolizei für die obersten Bundesgerichte. Zum Ergreifen von Straftätern, die gegen Bundesgesetze verstoßen haben, sind sie mit den selben Befugnissen ausgestattet, wie das FBI. Sie können in allen Staaten und Gemeinden operieren und Festnahmen tätigen. Ansonsten betreuen sie neben der Wahrnehmung der sitzungspolizeilichen Aufgaben noch das Verschubungswesen von "Bundesgefangenen".

 

4. Kommunale Polizei

Die Kommune verfügt innerhalb der Stadtgrenzen über die absolute Polizeihoheit, was sie durch die Gründung einer Polizeibehörde zum Ausdruck bringt (Stadtpolizei).

Vom Grundsatz her obliegt auch der amerikanischen Polizei primär die Prävention. Anders als in Deutschland wird hier auch der Schwerpunkt zu finden sein, denn viele polizeiliche Programme binden den Bürger in das System mit ein (Community Policing). Das liegt jedoch daran, daß die Bürgermeister das Sagen über die polizeiliche Politik haben und außerhalb von Strafverfolgungsmaßnahmen eine Anorndungskompetenz besitzen.

Möchte, wegen der besonderen polizeilichen Anforderungen, auch die Bezirkspolizei (Sheriff Dept., County Police) in einer Gemeinde mit polizeilichen Befugnissen ausgestattet sein, so geht das nur durch entsprechende Verwaltungsabkommen zwischen den betroffenen Körperschaften oder aufgrund gesetzlicher Regelung durch das jeweilige Staatsrecht.

Das unterschiedliche Datenschutzrecht und die Vielzahl von Sonderpolizeien innerhalb eines Stadtbezirks, führen zu abstrusen Konstellationen. So ist größtenteils der Datenaustausch zwischen den lokalen Behörden unzulässig und Rechtsbrecher entkommen ihren Jägern, weil dem Polizisten nicht bekannt ist, daß er einen Verbrecher vor sich hat.

Insgesamt gesehen ist das Polizeiwesen in den USA recht jung. Richtige Stadtpolizeien gibt es erst seit der Mitte des 19. Jahrhunderts (z.B. 1845 New York City, 1854 Boston, 1869 Los Angeles) - viele andere der großen Städte haben ihre Polizeien in dieser Zeit aufgestellt. Man nahm sich London (England) zum Vorbild, wo Anfang des 19. Jahrhunderts die erste uniformierte Polizei gegründet wurde. Es ist auch eine Erklärung dafür, weshalb beispielsweise in New York, Boston, Chicago u.v.m. die Polizisten wie die Londoner Bobbies ausgeschaut haben und der spezielle Helm für Furore sorgte. Die einzigen Unterschiede zu der englischen Uniform waren ein Dienstabzeichen, welches an der Brust getragen wurde und ein Eichenlaubhalbkranz mit Dienstnummer oder der Bezeichnung "Constable" "Municipal Police" oder nur "Police"als Helmzier. Der englische Helm verfügte derzeit über ein überdimensional großes messingfarbenes oder geschwärztes Wappen des britischen Königshauses, so wie es heute noch von den wenigen "City of London Police Officers" getragen wird, die ihren Sitz im Buckingham Palace haben und die Außengrenzen des Palastes bestreifen.

Erwähnenswert ist, daß die amerikanischen Kommunalpolizeien keine einheitliche Ausbildung besitzen. Die großen Städte unterhalten ihre eigene Polizeischule, die Police Academy, an der die Beamten für ihren Einsatz speziell vorbereitet werden (die Police Academy von New York bildet etwa 2.500 Beamte im Jahr aus).

Eine Ausbildung für den Polizeiberuf einer Kommunalpolizei kann von zwei Wochen bis zu einem Jahr möglich sein. In Kalifornien wird von jedem Polizisten ein sogenanntes P.O.S.T. Basic Certificate abverlangt, welches man nur an einer Police Academy erlangen kann. Diese Ausbildung dauert i.d.R. 21 Wochen und befaßt sich mit dem Strafrecht des Staates, Polizeipsychologie und dem Training über das polizeiliche Einsatzverhalten sowie Verkehrsrecht. Danach folgt das Arbeiten unter Aufsicht – der Anfänger (Rookie) wird für etwa 6 Monate einem Einweisungsbeauftragten unterstellt, der das spätere Verhalten des jungen Polizisten sehr stark beeiflußt.

Es sei noch angemerkt, daß kein Polizist unter 21 Jahre alt sein darf, wenn er nach der Ausbildung zum Dienst auf der Straße entlassen wird.

Sehr modern ist die Einrichtung eines Department of Public Safety, welches die Dienststellen des Emergency Medical Services (Rettungsdienst), Fire Services (Feuerwehr und Police Services(Polizei) unter einem Dach vereint. Im Rahmen von Sparmaßnahmen ist diese Zusammensetzung bei Kommunen sehr beliebt. Es erspart die Leitungsposten zweier Behörden und vieler nachgeordneter Führungspositionen. Ferner ergeben sich dadurch eine einheitliche Uniformierung (nur ein Ärmelabzeichen) und Einsparungen bei den Dienstmarken, die in den USA zwischen $ 40.00 und $ 120.00 das Stück kosten.

Nicht selten, so bei kleineren Gemeinden, sind die Angehörigen dieser Behörde "Allrounder", weil sie als Polizeibeamte ausgebildet wurden, die Feuerwehrlaufbahn durchlaufen haben und als Rettungsassistenten ihren Mann stehen. So kann es passieren, daß ein Straftäter bei einem Feuerwehr- bzw. Rettungseinsatz festgenommen wird.

 

5. Wissenswertes

Der COP

Er ist ein "Bulle", so hört man es immer wieder im Fernsehen oder Kino, wenn COP, die Slangbezeichnung für einen Polizisten, falsch übersetzt wird.

Ebenso falsch ist die weitverbreitete Annahme, Cop leite sich von Copper ab, dem Metall Kupfer, aus dem unter anderem auch manche Polizeimarken gefertigt wurden.

Anders als erwartet, stammt nämlich diese Bezeichnung aus dem guten alten England.

Britische Einwanderer brachten bei ihrer Immigration die schildtragenden Constables, Sheriffs und Marshals mit.

COP ist nichts anderes als eine Abkürzung des "Constables of the Patrol" – C.O.P. und heißt nichts anderes als "diensthabender Wachtmeister". Die Constables haben nämlich zu Zeiten der Stadtpolizeigründungen im 19. Jahrhundert nach britischem Vorbild die Städte bestreift und für Recht und Ordnung gesorgt.

Constable (Constabler) gab es übrigens auch schon vor mehr als hundert Jahren in Deutschland, bevor der "Schutzmann" der Schutzmannschaften deutscher Großstädte Einzug in den Sprachgebrauch hielt.

Constable findet seinen Ursprung im Latainischen = "Comes-Stabuli" und bedeutet nichts anderes als Pferdemeister. Erstmals aufgetaucht war diese Bezeichnung um 1066 n.Chr., wobei berittene normannische Krieger, die zur Einhaltung des Friedens im Normannischen Reich eingesetzt wurden, Comes-Stabuli genannt wurden.

Im Englischen war diese Bezeichnung ebenfalls zunächst beim Militär gebräuchlich, wobei der "count of the stable" (Schirrmeister/Pferdemeister) diesen Rang inne hatte.

Da die Polizei immer schon in Anlehnung an das Militär ausgerichtet wurde, fand auch dort diese Bezeichnung ihre Anwendung. Erst im Laufe der Jahre entwickelte sich daraus der Constable.

Sheriff wurde abgeleitet aus der alten sächsischen/angelsächsischen Bezeichnung für eine Person, die im königlichen Auftrage zur Aufrechterhaltung von Gesetz und Ordnung eingesetzt wurde. Der vom König beauftragte war bekannt als "Shire-Reeve (Shirereeve)" in den königlich britischen Shires (Bezirken).

Unter Alfred dem Großen (807-901) wurde ein effektives System zur Aufrechterhaltung von Gesetz und Ordnung in England geschaffen. Die Earls (Fürsten) waren die Beauftragten des Königs, um für Recht und Ordnung sowie für die Durchsetzung königlicher Anordnungen Sorge zu tragen. Die fürstlichen Gemarkungen wurden in Shires (Bezirke) eingeteilt und durch die jeweiligen Earls ein königlicher Friedenshalter ernannt – der Shire-Reef (später Sheriff). Am bekanntesten ist wohl der Sheriff von Nottingham (Nottinghamshire Reef), der in allen Abhandlungen Robin Hoods Erwähnung findet.

Auch der legendäre Marshal (die wohl berühmteste Bezeichnung für einen Polizisten der USA) findet seinen Ursprung in Europa. Dieser Titel der Autorität entspringt nämlich dem Teutonischen: Marah war die Bezeichnung für Pferd und Scalc für Diener.

Zunächst handelte es sich um einen Pferdeknecht, später war es eine Bezeichnung für einen berittenen und besonders mutigen Soldaten. Im Wortgeschichtlichen tauchen über die Jahrhunderte diverse Möglichkeiten in verschiedenen Sprachen auf: Marscalc, Marscall, Marishall, Marishallo, Marschall, Marshall, Marshal.

Der Bezeichnung Marshal wurde auch im Fränkischen und an mittelalterlichen europäischen Gerichten an die Stellvertreter des Constablers bzw. Count of the Stable vergeben.

Marshal wurden seit dem 12. Jahrhundert königliche Amtspersonen genannt, die sich in höchstem königlichen Range befunden haben. Es tauchen auch im deutschen Sprachraum diese Bezeichnungen auf, z.B. der Hofmarschall an deutschen Königshöfen oder als Rang für einen miliärischen Befehlshaber oder als Verwalter königlicher Haushalte/Vermögen.

In England hatte der Marshal Richtergewalt über "The Court of Chivalry" (Gericht der Ritterlichkeit/Ritter). Vorher war diese Person der "Superior Constable", wobei 1189 Sir William Marshall der erste Fürst in dieser Funktion war. Wahrscheinlich wurde nach seinem Ableben die Funktion nach ihm benannt.

Marshall war damals der Begriff für Recht, Gesetz, Ordnung und Ritterlichkeit.

 

The Badge - Dienstmarken

Für die USA wäre es undenkbar: Ein Polizistenleben ohne Dienstmarke! Als "Life behind the Badge" nennt man den Dienst als Polizist.

Ebenso wie in den restlichen Staaten der Erde gibt es eine Geschichte zu Dienstabzeichen. In Deutschland tragen die Polizisten in der Regel lediglich ein Ärmelabzeichen und sind erkennbar an dem 12strahligen Polizeistern (aus einer Geschichte heraus, die auf Friedrich den Großen zurückgeht) mit dem jeweiligen Landeswappen. Neuerdings gibt es auch sogenannte Verbandsabzeichen an der Uniform, die eine Zugehörigkeit zu einem regionalen Polizeiverband signalisieren.

Doch wie kommt der Sheriff zu seinem Stern?

In Europa war alles irgendwie militärisch oder mit militärischer Präzision geregelt. Da die Staaten mehr oder weniger von Königen und Königinnen regiert wurden, war Ausdruck und Stellung in der Hierarchie an der Uniformierung erkennbar. Sogar damalige Ritter waren uniformiert. Man erkannte ihre Herkunft an der Form des Helmes, am Aufbau und den Farben der Helmschweife, den Formen und Farben der Bewaffnung und nicht zuletzt, an dem Wappen ihrer Schilde.

In der Geschichte der USA läßt sich zunächst eine Uniformierung lediglich an der Ostküste feststellen. Zu Zeiten der Besiedlung der mittleren und westlichen Regionen war keine Führung vorhanden und die Menschen, die das Land besiedelten, waren freie Bürger des Landes, ungeachtet der Herkunft, Profession etc.

Es entwickelten sich verbrecherische Zustände, die weit abseits von Zivilisiertem anzusiedeln waren.

Mit der Gründung von Siedlungen und Gemeinden wurde der Ruf nach Ordnungsmächten laut, da sich brave Bürger von den schießwütigen Goldgräbern, Cowboys, Eisenbahnbauern und Erpressern bedroht sahen. Man erinnerte sich an die Dienstschilder der Ordnungsmächte in Gemeinden der Neuenglandstaaten und heuerte einen waffenkundigen Ordnungshüter an. Man überreichte ihm lediglich ein solches Schild, das man mit einer Nadel anstecken konnte, oder welches an seiner Weste angenäht wurde und verlieh ihm die nötige Amtsgewalt.

 

Woher bekamen die Western-Gesetzeshüter ihre Dienstmarken (Badges)?

Wenn kein Abzeichen verfügbar war, fertigte oftmals der jeweilige Sheriff oder Marshal sein Abzeichen selbst und zwar aus einem Material, welches in Hülle und Fülle zur Verfügung stand: Zinnkrüge, Zinntassen, Zinnkannen. So wurde der Ausdruck "Tin Star" (Zinnstern) geboren.

Nach der Zivilisierung des mittleren Westens und Westens bezogen die Ordnungshüter ihre Abzeichen von reisenden Händlern, die unzählige, an der Ostküste gefertigte Rohlinge, in verschiedenen Formen und Ausführungen mitbrachten. Zum Anfertigen von individuellen Beschriftungen brachten sie auch Werkzeuge mit, um das Entsprechende einzugravieren oder einzustanzen.

Nach kurzer Zeit erkannten die lokalen Gold- und Silberschmiede, daß mit den Badges ein Geschäft zu machen ist und fertigten sodann Spezielanfertigungen, sogenannte Custom Badges. Es entstanden im Laufe der Zeit ganze Industriezweige für die Anfertigung von Abzeichen, die vornehmlich im kalifornischen Bereich, Arizona, Texas und New Mexico aus Silber und Gold gefertigt wurden. Noch heute produzieren namhafte Hersteller nach alter Väter Sitte handgravierte Abzeichen aus diesen edelen Metallen (The Ed Jones Co., Irvine & Jachens), die auch mit Edelsteinbesatz zu finden sind. Ein Abzeichen für einen Captain der Polizei von San Francisco kostet aus Silber, handgraviert und 24k vergoldet zwischen 300.00 und 400.00 $. Aus massivem Gold gefertigt, erhöht sich der Preis bereits auf etwa 1.200.00 $.

Heutzutage sind diese Badges, die es in nahezu jeglicher Größe, Umriß und Form gibt, begehrte Sammelartikel. Badges variieren im Design, das Material geht von Leder über Zinn, Kupfer, Tombak, Messing, Speziallegierungen, Bronce bis hin zu Silber und Gold. Die Dienstmarken sind in der Regel nach patriotischen Motiven gefertigt und erscheinen als "Sunburst" (strahlende Sonne), Teardrop (Tränentropfen) mit eingearbeitetem Adler, Bären oder Bibern; Ovals, Radiator styles, als 5zackiger Stern "Lone Star", 6-, 7-, 8-, 9- und 12zackige Sterne, Schilder, und, und, und ...

Mittlerweile geht man ganz und gar davon ab, sogenannte "Stock Badges" (Abzeichen, die in ihrer Form vorgefertigt wurden und universell einsetzbar sind und für jeden Zweck beschriftet werden können) zu beschaffen.

Das Genre geht zum "Custom Die" Badge: Unverwechselbar in Form, Farbe und Ausführung – eine Sonderanfertigung, die regionale Besonderheiten, Monumente o.ä. aufzeigt.

Badges sind das erkennbare Symbol der Gesetzeshüter. Die Dienstmarken werden mit dem entsprechenden Stolz und Respekt getragen, sie verleihen seinem Träger Würde und Ansehen in der Gemeinschaft und verkörpert den Berufsethos der Ordnungshüter.

 

 

6. Dienstgrade in der amerikanischen Polizei

Es werden hier nur Dienstgrade aufgeführt, die bei Staats- bzw. kommunalen Behörden Verwendung finden (Vollständigkeit ohne Gewähr).

6.1. State Police/State Trooper/State Patrol/Highway Patrol

Trooper, Traffic Officer, Patrolman, Officer, Patrol Officer Wachtmeister
Senior Trooper, Corporal Gefreiter / Oberwachtmeister
Sergeant ( mit Zusatz I, II, II IV = Gehaltszulage),
Senior Corporal, Senior Sergeant
Feldwebel / Polizeimeister

-hauptmeister

Lieutenant (mit Zusatz I, II = Gehaltszulage) Leutnant / Kommissar/Oberkommissar
Captain Hauptmann / Hauptkommissar
Major, Inspector, Director, Commander Major / Erster Hauptkommissar
Deputy Chief, Senior Commander Stellvertretender Chef
Assistant Chief, Lieutenant Colonel Assistierender Chef
Chief of Police, Colonel Chef der Polizei, Oberst und Chef

 

6.2. Sheriff Departments

Deputy Sheriff, Field Deputy, Officer Wachtmeister
Corporal Deputy, Detective Deputy Gefreiter, Kriminalbeamter
Sergeant Deputy, Detective Sergeant Deputy Feldwebel Polizeimeister
Lieutenant Deputy Leutnant / Kommissar
Captain Deputy Hauptmann / Hauptkommissar
Assistant Chief Deputy Sheriff Major / Erster Hauptkommissar
Chief Deputy Sheriff, Superintendent Polizeirat / Polizeidirektor
Under Sheriff Stellvertretender Chef
Sheriff Polizeichef

 

6.3. Stadtpolizei

Police Officer, Patrol Officer, Officer (I, II, III = Zulage) Wachtmeister bis

Hauptwachtmeister

Corporal, Senior Officer, Detective, Agent, Investigiator Hauptwachtmeister
Sergeant (I, II, III = Zulage), Senior Corporal Meister bis Hauptmeister
Lieutenant (I, II = Zulage) Kommissar bis Oberkommissar
Captain Hauptkommsissar
Deputy Inspector, Chief Supervisor, Asst. Inspector,
Senior Captain
Hauptkommissar A12
Inspector, Major, Patrol Captain, Commander Erster Hauptkommissar
Deputy Chief, Assistant Superintendent, Senior Deputy Chief, Chief Inspector, Associate Director Polizerat/-oberrat
Assistant Chief, Deputy Superintendent, Senior Assistant Chief, Executive Director, Polizeidirektor
Chief of..., Superintendent, Director, Executive Asst., Associate Chief, District Chief, Lieutenant Colonel Leitender Polizeidirektor
Chief of Department, Chief of Police, Director of Dept., Colonel Chef der Polizei, Polizeipräsident

Die Dienstgrade:

Policewoman, Patrolwoman, Patrolman, Policeman wurden Anfang der 70er Jahre im Rahmen der Gleichstellung zwischen Mann und Frau in das neutrale: POLICE OFFICER, PATROL OFFICER, OFFICER umbenannt.

 

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